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Thementage der Klasse 7c

Geschrieben am: Montag, 14. Mai 2018.

Thementage der Klasse 7c

Die Schüler der 7. Jahrgangsstufe befassten sich während der Thementage sehr intensiv mit dem Mittelalter, das sie im Geschichtsunterricht ( GL ) kennen gelernt haben.

Der manchmal etwas trockene Unterrichtsstoff wurde für die Schüler erlebbar durch Unterrichtsgänge und Besichtigungstouren im Odenwald.
Wir unternahmen am Dienstag, zusammen mit den beiden Parallelklassen, eine Stadtbesichtigung mit Führung in Michelstadt, bei der uns mittelalterliche Gebäude, wie das Rathaus und andere Gebäude aus dieser Epoche gezeigt wurden.
Bedeutung, Gebräuche und Besonderheiten wurden von unserer Stadtführerin lebendig und anschaulich erklärt und so manche Geschichte dazu erzählt. Die Geschichte um den Wilddieb, der für zwei Jahre im Turm eingesperrt war wurde für alle erlebbar, nachdem wir für ein par Minuten selber in dem finsteren Gemäuer verbracht haben...
Natürlich durften auch die Ritter nicht zu kurz kommen. Sie waren zwar nur ein kleiner Teil der vorwiegend bäuerlichen Gesellschaft, aber sie faszinieren uns bis heute, mit ihren Burgen, Waffen und Rüstungen. Die Geschichten der Ritterturniere und der Kreuzzüge kennt jeder aus dem Geschichtsunterricht.
Wobei meine Jungs in der Klasse sich das "Ritterleben" für meinen Geschmack zu sehr "schönredeten" und den ernsten Hintergrund dieses Berufes nicht sahen,.... die Mädchen nicht gerade vor "Begeisterung platzten"......
Was tun ? Ich wollte ja, dass alle Schüler meiner Klasse von den Thementagen etwas haben !
Also verzichtete ich auf einen Besuch der, - ohnehin schon bekannten Burg Breuberg und stellte meinen Schülern den " wichtigsten Freund " des Ritters vor, - sein Pferd !
Bei dieser Gelegenheit waren die Mädchen wieder "mit im Boot", - weil Pferde und Mädels, das geht ! ( Den Jungs versprach ich, dass es ein interessanter Vormittag wird )....und sie nebenbei auch noch etwas lernen werden......
In der Reitanlage von Thomas Arras lernten meine Schüler "Favory" , meinen Lipizzaner kennen und ich zeigte ihnen das, was ein "Ritterpferd und ein Ritter" können muss. Ich erklärte ihnen auch, dass die Waffen des Ritters bis 1914 verwendet wurden und auch den sehr ernsten Hintergrund.
Als ich ihnen die Geschichte meines Großonkels erzählte, der 1914 bei einer Kavallerieattacke in Frankreich fiel, - er war neunzehn Jahre alt, wurden alle sehr still...... ich sagte meinen Schülern, dass das "Handwerk eines Ritters" nicht anders war und ich deshalb auch die Uniform meines Großonkels an diesem Tag zur Vorführung trug.
Meine Jungs haben sehr schnell gemerkt, wie schwer es ist ein Pferd zu putzen und zu satteln - und dass ein Pferd ein Lebewesen ist, das Gefühle und einen eigenen Willen hat. Meine Mädchen haben gemerkt, dass ein Pferd Selbstvertrauen und Mut geben kann und die Kleinen haben gemerkt, dass sie auf einem Pferd nicht mehr so klein sind.
Ich unterrichte nicht mit dem "erhobenem Zeigefinger", sondern mit der Erfahrung des ehemaligen Soldaten, der seine Schüler davor bewahren will, welche Folgen es hat eine Uniform zu tragen.
"Die Geschichte ist der beste Lehrer mit den schlechtesten Schülern" (Gandhi).
Die Thementage waren nicht nur Geschichtsunterricht im Mittelalter, - sondern auch ein "Ritt in die Gegenwart" !
Ich versuche mein Wissen und meine Erfahrungen nicht nur in Filmen und "Schwarz-Weißen Arbeitsblättern" einzubringen, sondern wenn möglich auch in dem was ich erlebt habe !